Die Braut vom Zentralfriedhof

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Fantastische Geschichten, in denen uns der namenlose Held mitnimmt auf eine Zeitreise, die ihn von der Sekunde Null über die Zwischenstationen Saurierfriedhof und Mammutjagd ans Ufer des Nils führt, an dem er Zeuge eines Götterstreits wird. Der Ritt über eine Riesenwelle katapultiert ihn in die Gegenwart, wo er um Mitternacht seiner totgeglaubten Jugendliebe auf dem Zentralfriedhof begegnet. Von dort geht es weiter in die Zukunft, in der er versucht, dem Geheimnis der Vorherbestimmung auf die Spur zu kommen, als er plötzlich seinen alten Kumpel Achill wiedertrifft, den er seit der Eroberung von Troja völlig aus den Augen verloren hatte.

Textprobe:
Zu Beginn der Zeit hockten drei weiße Elefanten am linken Ufer des Nils exakt auf der Grenzlinie, die die fruchtbare Erde des schwarzen Schlamms vom roten Staub der libyschen Wüste trennte. Und warteten.

Kurz darauf tauchte Amun, auf einem Ei stehend, aus dem unterirdischen Urozean auf. Er rieb sich das Salz aus den Augen, sah sich um und erblickte nicht enden wollende Sanddünen, einen majestätischen Fluss und den tiefblauen Himmel. Daraufhin setzte er sich zu den Elefanten und überlegte, was nun als Erstes zu tun sei. Denn das war ihm sofort bewusst: wenn ein Gott erscheint, muss er etwas schaffen, das Aufsehen erregt. Er vollbrachte das, indem er sich auf den Rücken legte, die Arme in den Beckenknochen abstützte, dann seinen Oberkörper immer mehr aufrichtete, bis er mit der Stirn die Knie berührte. Jetzt gab er sich einen letzten Ruck, öffnete den Mund, umschloss mit den Lippen sein steifes Glied und saugte herzhaft daran. Kräftig sprudelte das warme Sperma auf seine Zunge, perlte zwischen den Zähnen und verklebte den Gaumen. Amun spuckte den Samen weit aus, schnellte elastisch in die Höhe und lachte: »Mal schau’n, wie die Geschichte weitergehen wird.«

Henning Hirsch

Betriebswirt und Politologe, Comicleser, Filmjunkie, Bukowski- und FC- (es gibt nur einen FC: nämlich den aus Köln) Fan, trockener Alkoholiker. In die Abstinenz startete er mit einem Roman: Saufdruck. Seitdem tippt er abends Kurzgeschichten und Gedichte. Da die Schreiberei alleine nicht satt macht, verdient er tagsüber seine Kaltmiete und die Kühlschrankfüllung mit Marketing & Orga. Henning Hirsch lebt im Bonner Süden und ist Vater von drei Kindern.

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